Schockdiagnose Sehnenschaden - Das musst Du wissen!

Schockdiagnose Sehnenschaden - Das musst Du wissen!

October 26, 2022Doreen Braun

Ein Sehnenschaden kann für ein Sportpferd das Karriere-Aus bedeuten.

Die Diagnose ist ein Schlag in die Magengrube: Sehnenschaden. War’s das jetzt? Nie wieder Wettbewerbe? Es ist tatsächlich so, dass für viele Sportpferde die Karriere vorbei ist – aber nicht für alle. Doch wie kommt es überhaupt zu einem Sehnenschaden? Kann man ihn verhindern? Und was kann man tun, wenn das Pferd daran leidet? Wir klären auf.

Sehnenschaden: die Ursachen

Eine Sehne wird ganz schön gefordert – und das jeden Tag aufs Neue. Doch was ist eigentlich ihr Job? Die Sehne bringt zusammen, was zusammen gehört, sprich Knochen und Muskeln und überträgt die Muskelkraft an die Gelenke. Dadurch ist überhaupt erst Bewegung möglich. Wird die Sehne jedoch zu sehr beansprucht und überlastet, kann sie reißen – entweder einzelne Fasern, Faserbündel oder im schlimmsten Fall komplett.

Auch wenn es den Eindruck erweckt, ein Sehnenschaden passiert in der Regel nicht von heute auf morgen. Oft ist die Sehne schon vorher in Mitleidenschaft gezogen. Wenn wir zum Beispiel mit dem Fuß umknicken, wird die Sehnenstruktur beschädigt. Nach ein paar Tagen ist normalerweise alles wieder heil. Macht das Pferd mal einen Fehltritt und es wird danach auf Höchstleistung getrimmt, kann aus einer kleinen Verletzung schnell eine große werden: ein Sehnenschaden. Eine Vorbelastung, zum Beispiel eine Fehlstellung, erhöht natürlich das Risiko.

Die Symptome

Für einen Laien ist es mitunter gar nicht so leicht, einen Sehnenschaden festzustellen. Denn nicht jedes betroffene Pferd lahmt. Manche Tiere schonen nur geringfügig in Wendungen im Trab. Hat das Pferd jedoch eine bananenförmige Verdickung auf der oberflächlichen Beugesehne kann man sich ziemlich sicher sein, dass es sich um einen Sehnenschaden handelt.

Trotzdem sollte der Tierarzt die erste Adresse sein. Zu lange warten sollte man damit nicht, was viele Besitzer leider tun. Was man ebenfalls nicht tun sollte: In blinden Aktionismus verfallen und seinem Pferd eigenmächtig einige Monate Boxenruhe verordnen.

Boxenruhe sollte nur vom Tierarzt verordnet werden.

Generell kommt es natürlich darauf an, wie schlimm es das Pferd erwischt hat. Das heißt, ob nur einzelne Fasern, Faserbündel oder die komplette Sehne durchgerissen ist. Letzteres ist natürlich der Super-Gau.

Die Heilung

…dauert. Und dauert. Und dauert. Im Schnitt geht ein ganzes Jahr ins Land, bis das Pferd wieder fit ist. Das liegt daran, dass Sehnen kaum von Blutgefäßen, Zellen und Nerven durchzogen sind. Aber wie früher wird es trotzdem nie mehr werden. Denn bei der Heilung entsteht Narbengewebe, das weitaus weniger elastisch ist als die „alte“ Sehne – und somit auch schneller reißen kann.

Zuerst muss die Schwellung weg. Das entzündete Gelenk wird dann gekühlt oder es kommt ein medikamentöser Umschlag drum herum. In seltenen Fällen ist sogar ein Gips nötig. Solange die Schwellung besteht, herrscht erst einmal Stillstand, das heißt das Pferd bekommt Boxenruhe verordnet. Danach geht es buchstäblich in kleinen Schritten wieder los.

Die Sehne braucht Bewegung, um zu heilen. Durch die Bewegung wird sie beispielsweise mit Nährstoffen versorgt. Hier gilt allerdings die Devise: immer schön gemächlich. Hauruck-Aktionen sind kontraproduktiv und machen das Ganze nur noch schlimmer. Zu Beginn darf deshalb ausschließlich Schritt geführt werden. Danach steht der freie Auslauf auf dem Paddock auf dem Programm. Und nach ein paar Wochen heißt es dann meistens: endlich wieder auf die Weide! Viele Reiter longieren ihr Pferd über einen längeren Zeitraum. Keine gute Idee! Denn die Wendung an der Longe ist zu eng, was eine zusätzliche Belastung für die Sehnen bedeutet.

Man kann auch mit der Fütterung die Heilung unterstützen. Damit sich das Bindegewebe möglichst schnell regeneriert, braucht es bestimmte Nährstoffe. Dazu zählen vor allem Glucosamin, Chondroitin und MSM (Methylsulfonylmethan). Am besten greift man zu einem Ergänzungsfutter, das diese drei besagten Inhaltsstoffe enthält.

Sehnenschaden vorbeugen

  • Bewegung, Bewegung, Bewegung. Sehnen brauchen diese, um gesund und belastbar zu bleiben. Denn durch die Bewegung bekommt die Sehne auch die Nährstoffe, die sie braucht.
  • Keine Kaltstarts: Das Pferd sollte vor dem Training stets gut aufgewärmt sein. Am besten vorher 10 bis 20 Minuten Schritt gehen. Man würde schließlich auch nicht ins Fitnessstudio gehen und dort sofort die schwersten Gewichte stemmen.
  • Auch der „Schuh“, sprich die Hufeisen sollten perfekt passen. Viele Pferde haben heutzutage eine sehr lange Zehe und stehen im Trachtenbereich rückständig. Das belastet die Sehnen zusätzlich. Ein guter Hufschmied kann das ausgleichen.

    Unser Tipp

    Pferdegold Gelenke wurde speziell für Gelenke, Knorpel und Bänder entwickelt. Unsere Pellets enthalten unter anderem Glucosamin, Chondroitin und MSM. Besonders wählerischen Pferden empfehlen wir Pferdegold Gelenke sensitiv. Die Gelenkpellets eignen sich für den Akutfall sowie vorbeugend.

     Gelenke

    Weitere Beiträge

    Kissing Spines
    October 11, 2022
    Hufe im Herbst
    October 26, 2022