Brot füttern: Ja oder Nein?

Gesundheit

Brot füttern: Ja oder Nein?

Pferde lieben den Geschmack von Brot.

Trockenes Brot: was für ein Leckerbissen! Und so praktisch, man muss nix zukaufen – und nix wegschmeißen. Man spart Geld und das Gewissen ist ebenfalls beruhigt. Eine Win-win-Situation vom Feinsten. Aber ist das wirklich so? 

 

Pferde lieben Brot und sind somit dankbare Resteverwerter. Es kracht ja auch so herrlich beim Daraufbeißen, da macht das Kauen gleich doppelt soviel Spaß (Das Krach-Phänomen kennen wir von Chips). Und irgendwann schmeckt es auch noch so delikat süß. Kein Wunder, dass die meisten Vierbeiner verrückt danach sind. Für viele Besitzer ist altbackenes Brot ein toller Leckerli-Ersatz. Wirklich gut ist das allerdings nicht – so sehen es zumindest die meisten Experten. 

Mal schauen, was darin versteckt ist: Pferde sind Naschkatzen.

Problem Nr. 1: Zusatzstoffe

Die Deutschen sind so stolz auf ihre Brotkultur. Doch die ist auch nicht mehr das, was sie einmal war. Früher genügten ein paar Zutaten, heute befindet sich im Brot eine wahre Zusatzstoff-Armada. Rund 200 Zusatzstoffe sind offiziell zugelassen. Das fängt bei Enzymen an, die die Gehzeit verkürzen, und hört bei Cystein auf. Cystein? Das ist ein ganz besonderes „Schmankerl“. Der Eiweißbaustein wird aus Schweineborsten oder Geflügelfedern gewonnen. Cystein sorgt dafür, dass der Teig schön elastisch bleibt und nicht am Knethaken haftet. Der Verbraucher tappt in Sachen Zusatzstoffen oft im Dunkeln: Vieles muss nicht einmal deklariert werden.

Problem Nr. 2: Stärke

Dann schwingt man eben selbst den Knethaken! So weiß man wenigstens, was drin ist und kann die bösen Zusatzstoffe einfach weglassen. Aber es gibt ein weiteres Problem. Meistens besteht Brot aus Weizen- oder Roggenmehl. Dieses ist jedoch aufgrund der Klebereiweiße für Pferdemägen nur schwer verdaulich. 

 

Auch der hohe Stärkegehalt kann Pferden buchstäblich auf den Magen schlagen. Im schlimmsten Fall kommt es zu Entzündungen im Verdauungstrakt, Fehlgärungen oder Hufrehe. Die Stärke wird im Dünndarm verdaut und gelangt als Blutzucker in den Stoffwechsel. Wird der Zucker nicht durch Arbeit abgebaut, wird er eingelagert. Die mögliche Folge: Stoffwechselprobleme und natürlich Übergewicht. Vor allem bei leichtfuttrigen Pferden oder EMS- oder Cushing-Pferden sollte Brot deshalb auf der Verbotsliste stehen.

Süße Versuchung: Traubenzucker.

Und wo kommt überhaupt die Süße her? Man hat vielleicht in der Grundschule mal den Brottest absolviert. Wenn man lange genug ein Stückchen Brot kaut, entfaltet sich im Mund irgendwann eine Süße. Der Grund: Im Speichel befindet sich das Enzym Amylase, das die im Brot enthaltene Stärke in Traubenzucker (Glucose) aufspaltet.

Sauberes Lebensmittel

Auf der anderen Seite ist Brot ein Lebensmittel. Und alles, was für den menschlichen Verzehr zugelassen ist, muss besonders hohe Standards erfüllen. Die Anforderungen sind somit weitaus höher als bei Pferdefutter. So ist das Getreide stets picobello gereinigt. Außerdem ist Brot ein Kraftprotz: Es liefert jede Menge Energie. In puncto Nährstoffen haben die Stullen allerdings nicht viel zu bieten: Sie enthalten nur wenig Mineralstoffe und Vitamine.

Unser Fazit

Früher war es Standard, Brot als Leckerli zu geben. Heute weiß man: Es ist besser, darauf zu verzichten. Wenn das Pferd mal ausnahmsweise ein kleines Stückchen Brot als Leckerli bekommt, wird es nicht gleich daran sterben. Man sollte allerdings unbedingt darauf achten, dass dieses nicht angeschimmelt ist. Aber es gibt ja zum Glück auch gesunde Snack wie zum Beispiel Hagebutten oder Karotten. Aber wie bei allen Leckerli gilt: in Maßen und immer mit einer Eingewöhnungszeit. 

 

Unser Tipp: Pferdegold Magen unterstützt die Verdauung Deines Lieblings-Vierbeiners. Am besten vorbeugend füttern!