Gesundheit

19. März 2022

Haarige Angelegenheit: Fellwechsel

Diese Pferde glänzen um die Wette.

Zweimal im Jahr heißt es: Fell wechsle Dich! Ein Umstand, der Pferdebesitzer nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hinreißt. Haare, die es sich überall gemütlich machen, wo man sie eigentlich nicht haben will, zum Beispiel auf der Kleidung. Was einem Hoffnung gibt: Die haarige Zeit geht vorbei. Irgendwann.


Aber warum gibt es überhaupt den Fellwechsel? Im Grunde ist es wie beim Menschen: Im Winter braucht man etwas Wärmeres zum Anziehen, um nicht zu frieren und nass zu werden; im Sommer etwas Leichteres, das den Körper bedeckt, ohne dass man schwitzt. Und da Pferde bekanntermaßen nicht über Kleiderschränke verfügen, muss eben das Fell herhalten.

„Winterfell“ beim Menschen.

Ab Januar verliert das Pferd seinen plüschigen Winterpelz, um dem feineren Sommerfell Platz zu machen. Im Juli steht der zweite große Wechsel des Jahres an – dieses Mal in umgekehrter Reihenfolge.


Januar und Juli? Wieso nicht im Frühling und Herbst? Der Fellwechsel richtet sich nicht nur nach den Temperaturen, sondern vor allem nach den Lichtverhältnissen. Ist es draußen länger hell, sagt die innere Uhr: Bitte einmal Fell wechseln! Und ab Januar werden die Tage länger – beziehungsweise ab Juli wieder kürzer.


Gut zu wissen: Der Pferdeorganismus produziert das ganze Jahr über neue Haare. Das Deckhaar erneuert sich alle drei Monate. Allerdings gibt es zweimal im Jahr die richtig großen Fellwechsel.

Die Zirbeldrüse

Und wer bestimmt überhaupt, wann’s losgeht? Die Zirbeldrüse – eine Hormondrüse, die am Gehirn des Pferdes angegliedert ist. Wenn die Tage länger werden, gibt sie dem Körper das Signal, dass das Ende des Winters naht und das dicke Teddyfell nicht mehr gebraucht wird. 


Die Zirbeldrüse ist übrigens ein echtes Multitalent. Sie produziert unter anderem das Schlafhormon Melatonin, womit sie den Schlaf-Wach-Rhythmus regelt. Auch für die Fortpflanzung ist die walnussähnliche Zirbeldrüse verantwortlich.

Temperatur und Rasse

Das Tageslicht bestimmt, wann es mit dem Fellwechsel losgeht. Die Temperatur bestimmt hingegen die „Qualität“ des Fells. Hier gilt die Devise: Je kälter die Umgebungstemperatur desto dichter und länger wird das Fell. Pferde, die die meiste Zeit in einem Offenstall verbringen haben demnach ein dichteres Fell als ihre Boxen-Kollegen.

Shetlandponys haben ein dichteres Fell.

Und auch die Rasse hat Einfluss auf die Felldichte und -dicke. Nordische Rassen wie Isländer und Gotlandponys sind weitaus plüschiger „angezogen“ als Warm- und Vollblüter. Wäre ja auch höchst unlogisch von Mutter Natur, ein Tier, das mit den tiefsten Minusgraden fertigwerden muss, mit einem Seidenkleid auszustatten.

Fellwechsel: ganz schön anstrengend!

Die alten Haare abzustoßen und neue zu bilden, ist für den Organismus eine ziemliche Tortur. Das zehrt. In dieser anstrengenden Zeit haben Pferde demnach einen erhöhten Nährstoffbedarf. Gerade ältere Tiere, Sportpferde und Zuchtstuten brauchen dann ein wenig mehr. 


Das „Mehr“ bedeutet vor allem Zink. Das Spurenelement ist einerseits der Hauptbestandteil der Haare und andererseits für deren Wachstum enorm wichtig. Schließlich soll das neue Fell glänzen, was das Zeug hält. 


Weitere Spezialitäten aus der Futterabteilung: Kupfer, Mangan, Selen, Folsäure, Biotin, Magnesium, Phosphor, Calcium und Vitamin E. Diese sollten ebenfalls nicht im Trog fehlen – genau wie Leinsamen, weil dieser die Nährstoffaufnahme verbessert.


Bekommt das Pferd von allem zu wenig ab, rächt sich das. Das Fell ist dann stumpf und struppig, die Hufe sind schlecht. Manche Pferde magern auch ab, insbesondere Senioren. Bei einem Nährstoffmangel geht es richtig ans Eingemachte. Fehlen dem Tier wichtige Mineralien und Spurenelemente ist ein schwaches Immunsystem vorprogrammiert. 


Und wenn das körpereigene Schutzschild geschwächt ist, ist das Pferd weitaus anfälliger für Infekte & Co. Ein Zinkmangel kann zum Beispiel zu Haut- und Schleimhautschäden, Mauke, Milbenbefall, Pilzinfektionen führen. Das muss nicht sein!

Unser Tipp

Wie gesagt: Fellwechsel ist das ganze Jahr über. Demnach sollte man auch darauf achten, dass das Tier jederzeit gut versorgt ist. In Pferdegold Mineral steckt alles drin, was Pferde brauchen.