Gesundheit

Trockene Hufe im Sommer: Das kannst Du tun!

Gerade im Sommer haben viele Pferde mit trockenen Hufen zu kämpfen.

Wüste Gobi, Sahara oder einfach knochentrocken – das Schicksal vieler Hufe im Sommer. Ihnen fehlt es an Feuchtigkeit. Dadurch verlieren sie ihre Elastizität, werden hart und spröde. Es entstehen Risse, die Hufe brechen leicht aus, Hufeisen halten schlecht oder fallen gleich ganz ab. 

 

Normalerweise ist der Huf in der Lage, Feuchtigkeitsschwankungen selbst regulieren. Aber der Sommer ist eine Zeit der Extreme, mit hohen Temperaturen und staubtrockenen Böden. Auf das Wetter hat man bekanntermaßen keinen Einfluss, man kann trotzdem etwas tun.

Die Wasserfrage

Woran erkennt man überhaupt, dass die Hufe zu trocken sind? Ganz einfach: Wenn am Kronrand der Übergang vom Horn zum Fell nicht glatt ist, sondern spröde und borkig. Das wäre jetzt geklärt. Und jetzt?

 

Falls die Pferdehufe Sahara-Qualitäten aufweisen, brauchen sie vor allem eins: Wasser! Das ist zumindest die Meinung der meisten Experten. Die andere Fraktion sagt allerdings, es bringt rein gar nix. Strohiges Haar wird mit Wasser schließlich auch nicht zur Glanzmähne – und Hufe sind ja im Grunde nichts anderes als Haare.

Ein Ausritt wird im besten Fall zur „Spritztour“.

Die Befürworter raten zu ausgiebigen Wasserbädern. Damit die Feuchtigkeit ins Innere gelangt, benötigt der Huf 15 bis 20 Minuten. Ein kurzes Abspritzen mit dem Schlauch hat somit keinerlei Effekt, abgesehen von der Schmutzbeseitigung. 

 

Am besten greift man zu Gummischüsseln. Von Metall sollte man aufgrund der Verletzungsgefahr absehen. Doch nicht jeder Vierbeiner wird gewillt sein, eine Viertelstunde reglos darin auszuharren. Für diese nicht so standfesten Exemplare empfehlen sich Hufglocken aus Neopren, sogenannte Water-Boots. Diese kann man so richtig schön klatschnass machen. So bekommt der Huf kontinuierlich Feuchtigkeit ab. Wer keine Hufglocken hat, kann auch Windeln nutzen. Sieht vielleicht nur ein wenig gewöhnungsbedürftig aus…

 

Bach oder Teich in der Nähe? Dann solltest Du diesen natürlichen Luxus unbedingt nutzen – und Dein Pferd darin abstellen. Dann braucht’s die anderen Wasserspender nicht. 

 

Apropos, wie oft wässern? Kommt ganz auf die Hufe an. Sind diese extrem trocken, sollte man täglich wässern. Bei mäßig trockenen reicht der Feuchtigkeitskick einmal pro Woche.

Versuch’s mal mit Lehm

Koppelpferde haben das Trockenheitsproblem weitaus seltener. Das liegt daran, dass ihre Hufe in den Genuss von Morgentau kommen. So kann die Feuchtigkeit ganz gemächlich, über mehrere Stunden einziehen. Doch die Weide hat noch mehr zu bieten, nämlich Lehm. Hat es mal ordentlich geregnet und der bockelharte Boden ist aufgeweicht, ist das eine wahre Wonne für ausgezehrte Hufe. Und falls es nicht regnet, reitet man eben auf feuchten Waldböden. Wichtig: Den Lehm im Anschluss nicht auskratzen!

Zu gründlich sollte man beim Säubern nicht sein.

Lehm ist schon lange für seine pflegenden Eigenschaften bekannt. Viele Kutschpferde bekamen früher einen ganz besonderen „Anstrich“. Da diese hauptsächlich auf Asphalt liefen, der sich im Sommer schnell aufheizte, waren ihre Hufe oft ziemlich mitgenommen. Deshalb wurde auf ihre Sohlen ein Gemisch aus Lehm, Wasser und Essig aufgetragen – das über Nacht einziehen konnte. Lehm ist ein Feuchtigkeitsbooster, der Essig sorgt für einen sauren pH-Wert, was Bakterien überhaupt nicht mögen.

Fett und Öl: gut oder schlecht?

Die meisten Fachleute sind der Ansicht: schlecht. Denn durch das Fett oder Öl wird der Huf komplett abgedichtet. Da er keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann, wird er auf Dauer noch trockener. 

Öle und Fette sind bei trockenen Hufen kontraproduktiv.

Diesen Effekt kennt man von Silikonshampoos. Silikon ist ein Kunststoff, der sich als Schicht über das Haar legt. Am Anfang sind die Haare schön weich und glänzend, mit der Zeit werden sie jedoch trocken und spröde. Das liegt daran, dass durch die Versiegelung keinerlei Pflegestoffe und Feuchtigkeit mehr ins Haarinnere mehr gelangen. Besser sind Emulsionen. Denn das Öl-Wasser-Gemisch legt keinen wasserabweisenden Film auf die Hufe.

Bitte recht sportlich!

Das Allerwichtigste: Bewegung. Diese sorgt für eine gute Durchblutung und Versorgung der Hufe. Ein kurzer Abstecher auf die Koppel ist allerdings nur ein Tropfen auf den heißen Stein, es sollten schon mehrere Stunden drin sein. Noch besser ist es, wenn der Pferdehuf dabei auf unterschiedlichen Böden läuft.

Sand schmirgelt die Schutzschicht ab.

Denn Bewegung ist das eine, der passende Untergrund das andere. Interessanterweise haben gerade die größten Sportskanonen, sprich Reitpferde, oft mit trockenen Hufen zu kämpfen. Der Grund: Sie reiten häufig auf sandigen Böden. Der Sand wirkt dabei wie Schmirgelpapier, der die Glasurschicht, die das Horn schützt, abnutzt. Also wie gesagt, beim Ausritt möglichst unterschiedliche Böden wählen.

Nährstoffmangel

Eine weitere Ursache, die man vielleicht nicht sofort auf dem Schirm hat: ein Nährstoffmangel. Man kennt es von sich, im Hochsommer schwitzt man nicht nur, man zerfließt regelrecht und dabei gehen viele wichtige Mineralien und Vitamine flöten. Pferden ergeht es da nicht anders. Durch das ständige Schwitzen verlieren sie zum Beispiel Zink oder Biotin. 

 

Mit einem Mineralfutter kann man das Defizit ausgleichen. Bis sich ein Effekt einstellt, gehen allerdings ein paar Monate ins Land. Deshalb sollte man schon nach dem Winter mit dem Füttern anfangen. Aber auch wenn man zu spät dran ist, besser spät als nie! Pferdegold Mineral ist ein hochwertiges Mineralfutter, das neben Zink und Biotin noch weitere Mineralstoffe und Vitamine enthält.