Kolik beim Pferd: Bauchschmerzen erkennen, richtig handeln & vorbeugen

Lesezeit ca. 20 Minuten Jan 19, 2026
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Gründer von Pferdegold

Florian Keller

Kolik beim Pferd: Bauchschmerzen erkennen, richtig handeln & vorbeugen
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Florian ist aufgewachsen auf einem Bauernhof. Umgeben von Pferden, entdeckte er früh seine Faszination für diese majestätischen Tiere. Inspiriert von seiner reitbegeisterten Mutter, entwickelte er das Nahrungsergänzungmittel - Pferdegold. Seine tiefe Verbundenheit zur Natur und die leidenschaftliche Hingabe zu Pferden trieben ihn an, sein Unternehmen zu gründen.

Kolik beim Pferd: Bauchschmerzen erkennen, richtig handeln & vorbeugen


Dein Pferd zeigt Unruhe, schaut zum Bauch, schwitzt oder wälzt sich? Dahinter könnte eine Kolik stecken! Kolik ist der häufigste Notfall beim Pferd und eine der Haupttodesursachen. Doch was genau ist eine Kolik, wie erkennst Du sie rechtzeitig, und wie kannst Du Dein Pferd optimal schützen?

In diesem umfassenden Ratgeber erfährst Du alles über Ursachen, Symptome, Notfallmaßnahmen und warum eine gesunde Darmfunktion die beste Vorbeugung ist.

Kolik beim Pferd -  Schnelles Erkennen und Handeln rettet Leben  

Was ist eine Kolik beim Pferd?

Kolik ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für Bauchschmerzen unterschiedlichster Ursache. Der Begriff kommt aus dem Griechischen (kolon = Dickdarm) und beschreibt Schmerzen im Magen-Darm-Trakt. Kolik ist ein absoluter Notfall – im schlimmsten Fall lebensbedrohlich!

Warum sind Pferde so anfällig für Koliken:

Die Anatomie des Pferdemagens und -darms macht Pferde besonders anfällig:

    • Kleiner Magen: Nur 8-15 Liter Fassungsvermögen – für häufige kleine Mahlzeiten ausgelegt
    • Langer Darm: Bis zu 30 Meter Darmlänge mit vielen Engstellen und Biegungen
    • Kein Erbrechen möglich: Pferde können nicht erbrechen – Fehlgärungen führen zu massivem Druck
    • Empfindliche Darmflora: Störungen führen schnell zu Problemen
    • Beweglicher Darm: Darmabschnitte können sich verdrehen oder verlagern

    🧠 Arten von Koliken:

    Je nach Ursache unterscheidet man verschiedene Kolik-Formen:

    • Krampfkolik (Spasmodische Kolik): Verkrampfung der Darmmuskulatur – häufigste Form, meist gut behandelbar
    • Verstopfungskolik: Futteransammlung oder Verstopfung im Darm
    • Gaskolik: Übermäßige Gasbildung durch Fehlgärungen
    • Verlagerungskolik: Darmteile verlagern oder verdrehen sich
    • Sandkolik: Sandansammlungen im Dickdarm durch Futteraufnahme vom Boden
    • Darmverschluss: Kompletter Verschluss – lebensbedrohlich!

    ⚠️ Kolik ist ein Notfall!

    Jede Kolik kann sich innerhalb kürzester Zeit verschlimmern! Ohne sofortige Behandlung drohen Darmrupturen, Kreislaufversagen oder Tod. Bei Verdacht auf Kolik SOFORT den Tierarzt rufen – auch nachts und am Wochenende!


    Kolik beim Pferd erkennen: Symptome richtig deuten

    Diese Anzeichen sind Warnsignale Die Symptome einer Kolik können von mild bis dramatisch reichen. Je früher Du handelst, desto besser die Überlebenschancen!


    🚨 Typische Symptome von Kolik:

    Frühsymptome: 

    • Unruhe: Das Pferd ist nervös, läuft in der Box hin und her
    • Zum Bauch schauen: Häufiges Umdrehen zum Bauch
    • Scharren: Immer wieder mit den Vorderhufen
    • Flehmen: Aufziehen der Oberlippe, Gähnen
    • Appetitlosigkeit: Futter wird verweigert
    • Verminderte Kotabsatz: Weniger oder kein Kot
    • Veränderter Kot: Hart, trocken, schleimig oder sehr weich


    Mittelschwere Symptome: 

    • Häufiges Hinlegen und Aufstehen: Pferd findet keine bequeme Position
    • Nach dem Bauch treten: Mit Hinterbeinen gegen den Bauch schlagen
    • Schwitzen: Punktuell oder am ganzen Körper
    • Erhöhter Puls: Über 60 Schläge/Minute (normal: 28-40)
    • Erhöhte Atemfrequenz: Schnellere, flachere Atmung
    • Angespannte Bauchmuskulatur: Harter, aufgezogener Bauch
    • Verringerte Darmgeräusche: Beim Abhören stiller Bauch


    Schwere Symptome (Notfall!):  

    • Heftiges Wälzen: Unkontrolliertes, wildes Wälzen
    • Festliegen: Pferd kann nicht mehr aufstehen
    • Hochgradige Schmerzen: Schmerzlaute, Zähneknirschen
    • Kalter Schweiß: Kaltschweißigkeit, zittern
    • Blasse Schleimhäute: Weiß-rosa statt rosa (Schock!)
    • Verlängerte Kapillarfüllungszeit: Über 2 Sekunden (Kreislaufprobleme)
    • Puls über 80: Deutlich erhöhter Puls zeigt schwere Schmerzen
    • Apathie: Teilnahmslosigkeit trotz Schmerzen (sehr schlecht!)

     

    Häufiges Wälzen und Unruhe - typische Kolik-Symptome

    Ursachen von Koliken beim Pferd

    Was löst Bauchschmerzen aus? Koliken haben vielfältige Ursachen – oft spielen mehrere Faktoren zusammen. Das Verständnis der Auslöser ist der Schlüssel zur Vorbeugung!

    Die häufigsten Ursachen:

    1. Fütterungsfehler: 

    • Zu große Kraftfuttermengen: Überlastung des Dünndarms, Fehlgärungen
    • Abrupte Futterwechsel: Darmflora kann sich nicht anpassen
    • Minderwertiges Heu: Schimmel, Staub, zu wenig Rohfaser
    • Zu wenig Raufutter: Darm braucht konstante Beschäftigung
    • Verdorbenes Futter: Schimmeliges Heu, ranziges Öl, gefrorenes Gras
    • Zu kaltes Wasser: Besonders nach Belastung kann es Krämpfe auslösen
    • Gärfähiges Futter: Frisches Brot, Rasenschnitt, zu viel Obst



    2. Wasserversorgung: 

    • Zu wenig Wasser: Futterbrei wird zu trocken, Verstopfungsgefahr
    • Zugefrorene Tränken: Im Winter häufiges Problem
    • Verschmutztes Wasser: Pferd trinkt zu wenig
    • Wassermangel bei Transporten: Besonders kritisch


    3. Bewegungsmangel: 

    • Boxenruhe: Darmperistaltik verlangsamt sich
    • Zu wenig Weidegang: Natürliche Bewegung fehlt
    • Plötzliche Trainingsreduktion: Z.B. nach Verletzung

     

    4. Stress und psychische Faktoren: 

    • Stallwechsel: Neue Umgebung, neue Herde
    • Transport: Stress, eingeschränkte Bewegung, wenig Wasser
    • Turnierstress: Aufregung, veränderte Routine
    • Herdendynamik: Rangordnungskämpfe, soziale Spannungen
    • Schmerzbedingt: Chronische Schmerzen führen zu Stress


    5. Zahnprobleme:

    • Scharfe Zahnkanten: Futter wird nicht ausreichend gekaut
    • Fehlende Zähne: Lange Heufasern können nicht zerkleinert werden
    • Zahnschmerzen: Pferd frisst zu schnell oder einseitig



    6. Parasiten:

    • Wurmbefall: Besonders gefährlich: wandernde Strongyliden-Larven
    • Parasitenbedingte Darmentzündungen: Schädigen die Darmwand
    • Wurmbedingte Verstopfungen: Große Wurmknäuel blockieren Darm


    7. Wetter und Jahreszeiten: 

    • Wetterwechsel: Plötzliche Temperaturstürze
    • Fellwechsel: Frühjahr und Herbst – erhöhtes Kolik-Risiko
    • Erste Frostnächte: Gefrorenes Gras kann gefährlich sein

    8. Vorerkrankungen: 

    • Chronische Darmentzündungen: Schwächen die Darmfunktion
    • Verwachsungen nach OP: Können Darmpassage behindern
    • Magengeschwüre: Häufig Auslöser für Koliken



    💡 Wusstest Du schon?

    Etwa 10% aller Pferde erleiden mindestens einmal im Leben eine Kolik! Die meisten Koliken (ca. 80%) sind mild und können konservativ behandelt werden – aber jede 5. Kolik erfordert eine Operation oder endet tödlich.


    Erste Hilfe bei Kolik - Was Du sofort tun musst!

    Notfallmaßnahmen bis der Tierarzt kommt Bei Verdacht auf Kolik zählt jede Minute! Richtiges Handeln kann Leben retten.

    🚨 Schritt-für-Schritt-Notfallplan:

    1. Tierarzt rufen - SOFORT! 

    • Auch nachts, auch bei leichten Symptomen
    • Beschreibe die Symptome am Telefon
    • Gib Puls, Atemfrequenz und Verhalten durch
    • Frage, was Du bis zum Eintreffen tun sollst


    2. Pferd beobachten und dokumentieren:

    • Puls messen: Normal: 28-40 Schläge/min (Kieferast oder Fesselbeuge)
    • Atemfrequenz: Normal: 8-16 Atemzüge/min
    • Schleimhäute prüfen: Zahnfleisch sollte rosa sein, nicht blass oder rot
    • Kapillarfüllungszeit: Zahnfleisch drücken – sollte in 1-2 Sek. wieder rosa sein
    • Darmgeräusche: Mit Ohr am Bauch – sind Blubbern/Gurgeln zu hören?
    • Kotabsatz beobachten: Wann war der letzte? Wie sieht er aus?


    3. Futter und Wasser entfernen:

    • ALLE Futterquellen entfernen (Heu, Kraftfutter, Weide)
    • Auch Wasser wegnehmen (Tierarzt entscheidet über Wassergabe)
    • Nichts mehr füttern bis Tierarzt da war!


    4. Pferd in Bewegung halten (nur bei leichter Kolik!):

    • Langsam Schritt führen: 10-15 Minuten, ruhig und gleichmäßig
    • Nur wenn Pferd noch laufen kann: Kein Zwang!
    • Bei schwerem Wälzen: Pferd darf sich hinlegen (alte Regel "nicht wälzen lassen" ist überholt!)
    • Bei Festliegen: NICHT aufscheuchen – Tierarzt abwarten



    5. Was du NICHT tun solltest:

    • ❌ Keine Medikamente ohne Tierarzt (auch keine Schmerzmittel!)
    • ❌ Nicht selbst ölen oder Einlauf machen
    • ❌ Pferd nicht alleine lassen
    • ❌ Nicht panik – ruhig bleiben hilft dem Pferd
    • ❌ Nicht abwarten "ob es besser wird"



    6. Vorbereitung für den Tierarzt:

    • Stall gut beleuchten (Notfalllampe bereitlegen)
    • Zufahrt freiräumen für Notfall-Klinikanhänger
    • Hängertraining: Kann Pferd verladen werden?
    • Alle Infos bereithalten: Letzte Fütterung? Wann letzter Kot? Vorerkrankungen?


    Tierärztliche Notfallversorgung - bei Kolik unverzichtbar

    Tierärztliche Behandlung von Koliken

    Was macht der Tierarzt? Der Tierarzt entscheidet über die Behandlung – von konservativer Therapie bis zur Not-OP.

    Diagnostik:

    • Allgemeinuntersuchung: Puls, Atmung, Schleimhäute, Temperatur
    • Auskultation: Abhören der Darmgeräusche
    • Rektale Untersuchung: Tierarzt tastet im Enddarm nach Verstopfungen, Verlagerungen
    • Nasenschlundsonde: Ablassen von Gas, Spülen des Magens, Eingabe von Medikamenten
    • Ultraschall: Bei Bedarf zur genaueren Darstellung
    • Bauchhöhlenpunktion: Bei Verdacht auf Darmdurchbruch

    Konservative Behandlung:

    • Schmerzmittel: Buscopan (krampflösend), Flunixin oder Metamizol
    • Infusionen: Ausgleich von Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten
    • Abführmittel/Öl: Bei Verstopfungen (Paraffinöl über Nasenschlundsonde)
    • Darmspülung: Bei Sandkoliken oder Verstopfungen


    Wann ist eine Operation nötig:

    • Darmverdrehung (Torsion)
    • Darmeinklemmung (Inkarzeration)
    • Darmverschluss, der nicht auflösbar ist
    • Keine Besserung trotz intensiver Behandlung
    • Verschlechternder Zustand (steigender Puls, zunehmende Schmerzen)

    OP-Entscheidung: Schnelles Handeln erhöht Überlebenschancen! Bei chirurgischen Koliken überlebt ca. 70-80% der Pferde die OP – je früher operiert wird, desto besser!


    Die Bedeutung einer gesunden Darmfunktion

    Warum Darmgesundheit der Schlüssel zur Kolik-Prävention ist Ein gesunder Darm ist die beste Versicherung gegen Koliken! Der Darm ist nicht nur für die Verdauung zuständig, sondern auch Sitz des Immunsystems.

    💡Das Fundament-Prinzip:

    Ein intakter Darm mit ausgeglichener Darmflora, guter Darmperistaltik und gesunder Darmschleimhaut kann Belastungen besser kompensieren. Pferde mit robuster Darmgesundheit haben ein deutlich geringeres Kolik-Risiko!

    Was eine gesunde Darmfunktion ausmacht:

    • Ausgeglichene Darmflora: Billionen nützlicher Bakterien für Verdauung und Abwehr
    • Stabile Darmperistaltik: Gleichmäßige Darmbewegungen transportieren Futter
    • Intakte Darmschleimhaut: Schützt vor Toxinen und Entzündungen
    • Optimale Verdauungssäfte: Enzyme und Säuren spalten Nährstoffe auf
    • Ausgewogener Elektrolythaushalt: Wichtig für Darmfunktion und Flüssigkeitsbalance

    Das Problem vieler Pferde: Moderne Haltungsbedingungen, Stress, Medikamente (Antibiotika, Wurmkuren) und Fütterungsfehler schwächen die Darmgesundheit:

    • Gestörte Darmflora kann Nährstoffe schlechter verwerten
    • Chronische Darmentzündungen erhöhen Kolik-Risiko massiv
    • Elektrolyt-Ungleichgewicht stört Darmperistaltik
    • Geschädigte Darmschleimhaut ist anfälliger für Fehlgärungen


    Die richtige Reihenfolge:

    • 1. Darmgesundheit als Basis: Unterstützung der natürlichen Darmfunktion
    • 2. Optimales Management: Fütterung, Haltung, Stressreduktion
    • 3. Bei Problemen: Schnelle Reaktion und tierärztliche Hilfe


    Ein Pferd mit gesunder Darmfunktion hat einfach bessere Chancen, eine Kolik zu vermeiden – und falls doch, besser und schneller zu genesen!


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    • Diät-Ergänzungsfuttermittel für den Ausgleich bei chronischen Verdauungsstörungen des Dickdarms
    • Für den Ausgleich bei chronischer Insuffizienz der Dünndarmfunktion
    • Auch bei akuten Verdauungsstörungen anwendbar

    ⚠️ Wichtiger Hinweis: Pferdegold Darm akut steht in keinem Zusammenhang mit der im Artikel beschriebenen Notfallsituation Kolik. Es behandelt keine Krankheiten und ist kein Ersatz für eine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Verdacht auf Kolik sofort den Tierarzt rufen! Das Diät-Ergänzungsfuttermittel dient der Unterstützung der Darmfunktion bei chronischen Verdauungsstörungen und kann präventiv oder begleitend eingesetzt werden.

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    Kolik-Prävention: So schützt Du Dein Pferd 

    Die beste Behandlung ist die Vorbeugung! Mit den richtigen Maßnahmen kannst Du das Kolik-Risiko um bis zu 70% senken.

    Die wichtigsten Präventionsmaßnahmen:


    1. Optimale Fütterung:  

    • Viel hochwertiges Heu: Minimum 1,5kg pro 100kg Körpergewicht täglich
    • Kleine Mahlzeiten: Kraftfutter auf 3-4 Portionen verteilen (max. 500g pro Mahlzeit)
    • Langsame Futterumstellung: Neue Futtermittel über 10-14 Tage einschleichen
    • Qualität prüfen: Kein schimmeliges Heu, kein ranziges Öl
    • Regelmäßige Fütterungszeiten: Pferde sind Gewohnheitstiere
    • Heu vor Kraftfutter: Speichel und Magensäure werden angeregt


    2. Ausreichend Wasser:  

    • Ständiger Zugang: 30-60 Liter pro Tag (bei Arbeit mehr!)
    • Saubere Tränken: Täglich kontrollieren und reinigen
    • Im Winter: Frostfrei halten, lauwarmes Wasser anbieten
    • Nach Training: Langsam trinken lassen, nicht eiskalt


    3. Ausreichend Bewegung:  

    • Täglicher Weidegang: Idealerweise 24/7 oder mindestens mehrere Stunden
    • Paddock statt Box: Dauerbewegung fördert Darmperistaltik
    • Regelmäßiges Training: Auch bei Boxenhaltung täglich bewegen
    • Nach Boxenruhe: Langsam wieder aufbauen


    4. Stressreduktion:  

    • Stabile Herdensituation: Unnötige Wechsel vermeiden
    • Ruhige Umgebung: Lärm und Hektik reduzieren
    • Routine: Feste Abläufe geben Sicherheit
    • Transport vorbereiten: Hängertraining, Pausen mit Heu und Wasser


    5. Gesundheitsmanagement:  

    • Regelmäßige Zahnkontrolle: 1-2x jährlich vom Zahnarzt
    • Entwurmung nach Kotprobe: Nicht prophylaktisch, sondern gezielt
    • Darmgesundheit unterstützen: Probiotika, Präbiotika nach Bedarf
    • Bei Risikopferden: Engmaschige Kontrolle, besonders im Fellwechsel


    6. Besondere Vorsicht bei:  

    • Wetterwechsel: Besonders aufmerksam sein
    • Fellwechsel: Frühjahr und Herbst – kritische Phasen
    • Nach Antibiotika: Darmflora langsam wieder aufbauen
    • Älteren Pferden: Häufigere Kontrollen, weicheres Futter
    • Nach früherer Kolik: Erhöhtes Rezidiv-Risiko!


    Optimale Haltung mit viel Bewegung - beste Kolik-Prävention 

    Prognose und Leben nach einer Kolik

    Die Prognose hängt stark von der Art und Schwere der Kolik ab.

    Überlebenschancen:  

    • Leichte Kolik (konservativ behandelt): 95-98% Überlebensrate
    • Mittelschwere Kolik: 80-90% mit Behandlung
    • Chirurgische Kolik: 70-80% überleben die OP (bei früher Diagnose)
    • Zu spät erkannt: Überlebenschance sinkt dramatisch


    Nach überstandener Kolik:  

    • Schonzeit: 4-8 Wochen langsamer Futteraufbau
    • Angepasste Fütterung: Kleine Portionen, leicht verdaulich
    • Darmflora aufbauen: Probiotika und Präbiotika sinnvoll
    • Langsamer Trainingsaufbau: Nach OP oft 6-12 Monate Pause
    • Erhöhte Wachsamkeit: Rezidiv-Risiko ist erhöht!

    Kolik-OP: Wie geht es weiter? 

    • Viele Pferde können nach erfolgreicher OP wieder voll belastet werden
    • Rehabilitation dauert mehrere Monate
    • Langfristige Anpassung der Fütterung oft notwendig
    • Regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt

    Häufige Fragen zu Kolik beim Pferd

    Wie schnell muss ich bei Kolik handeln?

    Sofort! Jede Verzögerung kann tödlich sein. Auch wenn die Symptome mild erscheinen – eine Kolik kann sich innerhalb von Minuten verschlimmern. Rufe IMMER sofort den Tierarzt, auch nachts und am Wochenende. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig!

    Darf mein Pferd sich bei Kolik wälzen?

    Ja! Die alte Regel "Pferd nicht wälzen lassen" ist überholt. Wälzen ist eine natürliche Reaktion auf Schmerzen und kann sogar helfen (z.B. bei Gaskolik). Nur bei sehr heftigem, unkontrolliertem Wälzen mit Verletzungsgefahr sollte man das Pferd vorsichtig führen. Zwang ist kontraproduktiv!

    Kann ich Kolik vorbeugen?

    Ja, zu einem großen Teil! Optimale Fütterung (viel Heu, wenig Kraftfutter), ausreichend Wasser, viel Bewegung, Stressreduktion und regelmäßige Zahnkontrollen senken das Risiko um bis zu 70%. Darmgesundheit ist der Schlüssel!

    Wie erkenne ich, ob es eine harmlose oder gefährliche Kolik ist?

    Das kannst Du als Laie NICHT sicher beurteilen! Auch eine zunächst harmlos wirkende Kolik kann sich rasant verschlimmern. Puls über 60, blasse Schleimhäute, kalter Schweiß und hochgradige Schmerzen sind Alarmzeichen – aber warte nicht darauf! Bei jedem Verdacht: Tierarzt!

    Was kostet eine Kolik-Behandlung?

    Die Kosten variieren enorm: Konservative Behandlung 200-800€, Klinikaufenthalt 1.000-3.000€, Not-OP 3.000-8.000€ (oder mehr). Eine OP-Versicherung ist für jeden Pferdebesitzer dringend empfohlen!

    Können bestimmte Pferde häufiger Kolik bekommen?

    Ja! Risikofaktoren sind: frühere Koliken (Rezidiv-Risiko!), chronische Darmprobleme, Zahnprobleme, zu wenig Bewegung, ältere Pferde, bestimmte Rassen (z.B. Araber), und Pferde unter Dauerstress. Diese Pferde brauchen besonders gute Vorbeugung!


    Fazit: Kolik ernst nehmen – Vorbeugung rettet Leben

    Kolik ist der häufigste Notfall beim Pferd und eine der Haupttodesursachen. Doch mit Wissen, Wachsamkeit und den richtigen Präventionsmaßnahmen kannst Du das Risiko drastisch senken.

    Die wichtigsten Erkenntnisse:

    • Jede Kolik ist ein Notfall – bei Verdacht SOFORT Tierarzt rufen!
    • Schnelles Handeln rettet Leben – zögere niemals
    • 80% der Koliken sind vermeidbar durch optimales Management
    • Darmgesundheit ist der Schlüssel zur Prävention
    • Viel Heu, ausreichend Wasser, viel Bewegung – die Basis
    • Nach überstandener Kolik: Erhöhte Wachsamkeit und angepasstes Management

    Investiere in die Gesundheit Deines Pferdes – Vorbeugung ist immer besser als Behandlung. Dein Pferd wird es Dir mit Gesundheit und Lebensfreude danken!


    WICHTIG:

    Pferdegold ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Die in diesem Beitrag enthaltenen Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und sollen dazu beitragen, das Wohlbefinden Deines Pferdes zu steigern.

    Pferdegold Darm akut steht in keinem Zusammenhang mit der im Artikel beschriebenen Notfallsituation Kolik. Es behandelt keine Krankheiten und ist kein Ersatz für eine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Verdacht auf Kolik sofort den Tierarzt kontaktieren! Das Diät-Ergänzungsfuttermittel dient der Unterstützung der Darmfunktion bei chronischen Verdauungsstörungen.

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